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Annäherung zwischen Mehrheitsgesellschaft und Volksgruppe der Roma (im Obdach)

Das Projekt

Der Verein Burg & Wege e.V. wird für den Projektzeitraum September bis Dezember wöchentlich Angebote für die Zielgruppe der Roma-Familien im Obdach machen, die geeignet sind, Vorurteile abzubauen, Kontakte zu der Mehrheitsgesellschaft im öffentlichen Leben und oder verbindliche Kontakte herzustellen. Dies werden z.B. Stadterkundungen (Erweiterung der Orientierungsfähigkeit im Stadtbereich) sein, Besuche öffentlicher Einrichtungen im kulturellen, Freizeit- oder Gastrobereich (z.B. Kinobesuch, Schwimmbadbesuch, Eisdielen, öffentliche Veranstaltungen (Erleben von „Normalität“) und Angebote in einer festen Einrichtung sein (Kontakte zu anderen Personengruppen, Austausch, Diskussion, Spielen, Lernen). Unsere Angebote richten sich grundsätzlich an Familien. Im Fokus sollen jedoch Kinder und Jugendliche stehen. Wenn diese in ihren Familien positiv über ihre Kontakte zu der MG berichten, tragen sie dazu bei, dass Eltern ihre Vorbehalte nach und nach abbauen können. Kinder sind offener, unvoreingenommener und neugierig. Sie sind leichter zu motivieren, haben noch keinen starren Lebensentwurf. Wir möchten vor allem Kinder in Prozesse einbinden und begleiten, die ihnen das Gefühl von Sicherheit und Dazugehörigkeit vermitteln. Inhalte: Ortsgebundene Angebote auf dem Gelände Burgweg 5: - Musikworkshop (niederschwelliges Musikangebot, gemeinsam mit deutschen Kindern und Musikstudenten der Hochschule) - Kartoffelernte und gemeinsames Essen - Bastelnachmittage - Spielenachmittage - Tiergestützte Pädagogik (Einsatz von kleinen Nutztieren) - Gemeinsames Herbstfest (Einladen der unmittelbaren Nachbarschaft) - Sandkastenbau unter Einsatz deutscher Familien Mobile Aktivitäten (Stadterkundung, Teilhabe am öffentlichen Leben) Besuche von (Auswahl, z;B.): - Schwimmbad - Museum - Eisdiele - Kino - FZH - Besuch einer politischen Partei

Ausgangslage

Hannover unterhält derzeit ca. 5-6 Obdachlosenunterkünfte für Roma-Familien, die zum Teil exklusiv mit Roma aus Rumänien und Bulgarien belegt sind, zum anderen Teil (und in der Tendenz zunehmend) auch mit Familien und Einzelpersonen, die sich aus Geflüchteten anderer Nationen sowie deutschen Obdachlosen rekrutieren, belegt werden. Alltagswelt der Roma im Obdach: - Familien sind groß (in der Regel 5 und mehr Kinder) - Mütter kümmern sich um Haushalt (Haushalt, Kochen, Putzen) und Kindererziehung - Größere Kinder (ab 4-5 Jahren) kümmern sich um kleinere Geschwister und helfen ihren Müttern im Haushalt - Väter arbeiten (eigenes Gewerbe, Teilzeit oder Schwarzarbeit), ruhen öfter als ihre Frauen, treffen die meisten Entscheidungen - Frauen, die etwas deutsch sprechen, nehmen oft versicherungspflichtige Jobs an - Medizinische Versorgung ist unterdurchschnittlich - Roma Familien leben sehr unter sich, in größeren Familienverbänden - Die Pflege ihrer Kultur, ihre Art zu Leben entspricht nicht jener der Mehrheitsgesellschaft - Ökologisches Bewusstsein ist kaum ausgeprägt Kontakte entstehen aus den notwendigen gesellschaftlichen Verpflichtungen heraus, die Roma erfüllen müssen (Schulpflicht, Meldepflicht, Transferleistungen beantragen, usw.) Kontaktaufnahme auf freiwilliger Basis (Nachbarschaftskontakte, Teilhabe am öffentlichen Leben (Sport, Freizeit) geschieht selten. Zwischen den Bewohnern der genannten Einrichtungen und der Nachbarschaft besteht so gut wie kein Austausch. Volksgruppe der Roma wird entsprechend als homogene, in sich geschlossenen Community wahrgenommen.

Ansatz und Methodik

Der Verein Burg & Wege e.V. ist ein noch kleiner und junger Verein (2019 hervorgegangen aus dem Freundeskreis Burg & Wege), dessen Mitglieder über jahrelange Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Roma-Familien verfügen (LehrerInnen und SozialarbeiterInnen, -> Schule, Notunterkunft, offene Beratung) und die ein auf Vertrauen basierendes Verhältnis zu der Zielgruppe aufgebaut haben. Burg & Wege ist der Stadt und einigen Sozialverbänden bekannt, arbeitet konzeptionell mit Diakonie und Landesschulbehörde zusammen und plant für seine Maßnahmen eine Kooperation mit den Betreibern der Notunterkünfte Waterloo, Burgweg 13 sowie der Podbielskistraße 115.