solidarisches Kochen, gemeinsames Essen, Nachbar*innen begegnen und Kontakte knüpfen
Das Projekt
Die Nordstadt liegt uns am Herzen. Es gibt vielfältige Angebote in der Nordstadt, was noch fehlt ist eine Möglichkeit einmal in der Woche zusammen eine warme Mahlzeit zu essen. Im Treffer der Diakonie Himmelsthür gibt es ein Frühstücksangebot, welches zweimal in der Woche sehr gut angenommen wird. Genau so wie das Projekt Nordstadt tischt auf, bei dem einmal im Monat Nordstädter*innen an einer langen Tafel zusammenkommen und mitgebrachte Speisen zusammen teilen. Sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, gegen die Vereinsamung für ein kulturelles Miteinander ist unser Ziel. Essen verbindet und ist viel mehr als nur satt werden. Dabei kommt es uns auch auf ein verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmittel an. Durch unseren Foodsharing Kühlschrank (Fair-Teiler) ist bereits ein Bewusstsein geschaffen worden, dieses möchten wir positiv nutzen und dabei auch Bildungs- und Informationsweitergabe über Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit ermöglichen. Das Projekt hat einen großen Beteiligungscharakter, so soll in der ersten Phase des Projektes, welche hier zur Förderung eingereicht wird, gemeinsam entschieden werden, ob es abends oder mittags und an welchen Ort es stattfinden soll, welche Form angemessen ist, wie kulturelle Essenswünsche berücksichtigt und die Begabungen der Menschen gut miteinander verknüpft werden können. In der ersten Phase sollen Bedarfe erfasst und Mitstreiter*innen (Bewohner*innen und institutionelle Kooperationen) gefunden werden. Eine Projektgruppe soll sich zur Durchführung der weiteren Projektphasen zusammenfinden und die weiteren Schritte, das Tempo und den Inhalt bestimmen. Die Projektgruppe wird begleitet und betreut durch den Verein Nordstadt.Mehr.Wert e.V., so wie bereits viele andere Projektgruppen, bestehend aus Bewohner*innen und zum teil Institutionen aus der Nordstadt, die zu unterschiedlichen Themen (Sauberkeit, Gemeinschaftsgarten, Öffentlichkeitsarbeit, Kultur etc.) arbeiten und aktiv sind. Die Bildung einer Projektgruppe ermöglicht das zusammenkommen von Interessiert und biete eine organisatorische Plattform zur Bearbeitung der Projektidee. Hier kommen Bewohner*innen und Vertreter*innen und Institutionen auf Augenhöhe zusammen. Dies konnte bereits zu anderen Themen im Stadtteil erfolgreich erprobt werden. Das Format der Projektgruppe ermöglicht darüber hinaus eine Verstetigung und nachhaltige Weiterführung des Themas auch nach Projektende.
Ausgangslage
Die Nordstadt ist ein großer Stadtteil und viele Menschen leben sehr anonym und ohne viel Begegnung, dies führt nicht nur aber besonders auch bei älteren zu Vereinsamung. Wir wollen Orte schaffen die es ermöglichen "raus zu kommen", Menschen zu treffen, soziale Kontakte zu pflegen und nicht allein zu sein. Hinzu kommt das viele Menschen in der Nordstadt von Transferleistungen leben und das eine ausgewogene Ernährung weniger wichtig und existenziell für diese ist. Wir möchten dahingehend informieren und zumindest einmal die Woche (oder auch häufiger) den Zugang zu einer warmen (kostenfreien) Mahlzeit in der Gemeinschaft geben. Die Menschen, die in der Nordstadt leben sind sehr vielfältig, sie Glauben an verschiedene Dinge, haben unterschiedliche Werte und Vorstellungen von Gemeinschaft, Familienleben und Wohnen. Dennoch leben sie in der Nordstadt meist friedlich miteinander zusammen. Um dies zu bewahren und das Verständnis für einander zu stärken müssen weitere Angebote der Begegnung, des Austausches und des Kennenlernens mit- und voneinander etabliert werden. Besonders die Begegnung zwischen kulturellen Gemeinden, bei denen gemeinsames Essen Bedeutung hat, soll durch das Projekt angeregt werden, in dem gezielt Multiplikator*innen identifiziert werden und die kulturellen Rituale rund ums Essen mit aufgegriffen werden.
Ansatz und Methodik
In der Nordstadt läuft seit 2017 das Städtebauförderprogramm Soziale Stadt sowie die Präventionsstrategie CTC. Nach der Gründung des Stadtteilvereins 2017, übernahm dieser einige GWA-Anteile die zuvor in Programmen aufgebaut wurden und aufgrund des räumlichen und inhaltlichen spezifischen Zuschnitts von Sozialer Stadt nicht mehr zu bearbeiten waren.
Das Projekt erfüllt die Qualitätsstandards der Gemeinwesenarbeit. Der übergreifende und vernetzte Ansatz ist aus den jahrelangen Erfahrungen der Projekt-, (Sozio-)kulturellen, Gemeinde- und Gemeinwesenarbeit der lokalen Akteure des Stadtteilnetzwerkes entwickelt worden. Der Ansatz der Gemeinwesenarbeit liefert das verbindende und koordinierende Element und strukturiert damit die Vorgehensweise aller Beteiligten entsprechend der Qualitätsstandards. Ergebnis sind langfristig mehr Partizipation und Hilfe zur Selbsthilfe sowie die hoffentlich nachhaltige ressortübergreifende und zielgruppenübergreifende Zusammenarbeit.